Allgemeine Geschäftsbedingungen

Allgemeine Geschäftsbedingungen („AGB“)
für Auftraggeber (Unternehmer)

1. Allgemeines

1.1. Die FINcredible GmbH ist eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung mit Sitz in Wien, Österreich, eingetragen im Firmenbuch des Handelsgerichts Wien zu FN 481488x (nachfolgend „FINcredible“). FINcredible betreibt eine Plattform (nachfolgend das „FINcredible-Portal“) um, jeweils im Auftrag von Anbietern von Produkten und/oder Leistungen (nachfolgend der „Auftraggeber“, der Auftraggeber und FINcredible nachfolgend gemeinsam die „Vertragsparteien“), eine automatisierte Bewertung der wirtschaftlichen Lage des Interessenten eines Produktes oder einer Leistung (nachfolgend jeweils der „Interessent“) und/oder eine Erhebung von Informationen zur Geschäftsabwicklung mit dem Interessenten (nachfolgend der „FINcredible-Check“ und ähnliche Produkte sowie deren mögliche Bestandteile, die „Bonitätsprüfung“ und „Erhebung von Informationen zur Geschäftsabwicklung“) durchzuführen. Die Auswahl der Komponenten und die Ausgestaltung des FINcredible-Check (z.B. ob lediglich Informationen zur Geschäftsabwicklung erhoben werden und/oder auch eine Bonitätsprüfung durchgeführt werden soll) sowie der Umfang der erbrachten Leistungen und bereitgestellten Informationen (z.B. Art der erhobenen Daten oder Inhalte der Analysen bzw. Bonitätsprüfung) erfolgen nach Vorgabe des Auftraggebers gemäß dem Geschäftszweck.

1.1. Diese AGB gelten für Auftraggeber, für die das Rechtsgeschäfts auf Basis dieser AGB zum Betrieb ihres Unternehmens gehört (Unternehmer iSd § 1 Abs 1 Z 1 KSchG).

1.2. Die nachstehenden AGB gelten für alle Geschäftsbeziehungen zwischen FINcredible und dem Auftraggeber, jeweils in der zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses gültigen Fassung dieser AGB.

1.3. FINcredible weist abweichende AGB des Auftraggebers ausdrücklich zurück. Abweichende oder ergänzende AGB des Auftraggebers werden nicht Vertragsbestandteil, auch wenn ihnen nicht ausdrücklich widersprochen wurde. Abweichungen von diesen AGB, ergänzende Vereinbarungen, oder allfällige entgegenstehende AGB des Auftraggebers sind nur wirksam, wenn sie von FINcredible in Textform bestätigt werden.

1.4. FINcredible ist berechtigt, die Bestimmungen dieser AGB zu ändern und/oder zu präzisieren. FINcredible wird den Auftraggeber über diese Änderungen schriftlich (per E-Mail oder Brief an die vom Auftraggeber zuletzt bekannt gegebene E-Mail-Adresse bzw. Adresse) informieren. Widerspricht der Auftraggeber diesen Änderungen nicht binnen 14 Tagen ab Zugang der Information schriftlich (per E-Mail oder Brief), oder setzt die Nutzung des FINcredible-Portals unter den geänderten Bestimmungen weiter fort, gelten die Änderungen als akzeptiert. Sofern der Auftraggeber diese Änderungen nicht akzeptiert, ist FINcredible berechtigt, das Vertragsverhältnis ohne Einhaltung von Kündigungsfristen und -terminen zu kündigen.

1.5. Informationen zur Verarbeitung personenbezogener Daten des Auftraggebers und des Interessenten sind in den Datenschutzbestimmungen auf der Website von FINcredible abrufbar (Datenschutzbestimmungen für Auftraggeber; Datenschutzbestimmungen für Interessenten).

 2. Vertragsabschluss 

2.1. Der Vertrag zwischen FINcredible und dem Auftraggeber kommt entweder über den Online-Shop des FINcredible-Portals oder durch Annahme eines individuellen Angebots von FINcredible durch den Auftraggeber zustande.

2.2. Werbliche Kommunikation von FINcredible und insbesondere Angebote auf der Website und im FINcredible-Portal auf Vertragsabschluss sind freibleibend und unverbindlich und stellen lediglich eine Aufforderung zur Abgabe eines Angebots durch den Auftraggeber dar.

3. Geltungsbereich und Leistungsbeschreibung 

3.1. Diese AGB gelten für die Nutzung des FINcredible-Checks durch den Auftraggeber entsprechend der Leistungsbeschreibung in diesen AGB, einem individuellen Angebot, sowie allfälliger Funktionsbeschreibungen auf der Website von FINcredible und dem FINcredible-Portal, zu eigenen Zwecken oder für Zwecke der eigenen Kunden, wenn der Auftraggeber im Auftrag Dritter tätig wird (z.B. Vergleichsportale, Vermittler, Makler, Hausverwaltung), über das FINcredible-Portal zu nutzen.

3.2. Die für die Durchführung des FINcredible-Check erforderlichen Daten werden nach dem Geschäftszweck und den Vorgaben des Auftraggebers bestimmt (z.B. E-Mail-Adresse, Stammdaten, Kontoinformationen, eigene Angaben über die Finanzsituation). Die Informationen, die im Rahmen des FINcredible-Check erhobenen werden, können auf unterschiedliche Art erhoben werden: Als Eigenangaben des Interessenten (z.B. Angabe einer E-Mail-Adresse, Stammdaten, oder Angaben zur Vertrags-/Finanzsituation) oder durch die Erhebung von Kontodaten (z.B. Kontoinhaber, Bank- oder Zahlungsverbindung) gemäß Punkt 3.3. bzw. durch Analyse und Kategorisierung von Kontotransaktionsdaten (z.B. Vertragsdatenpunkte, Bonitätsinformationen) gemäß Punkt 3.4.

3.3. Im Rahmen des FINcredible-Check kann durch FINcredible eine automatisierte Analyse und Kategorisierung der Kontotransaktionsdaten (Name des Empfängers und Auftraggebers der Buchung, IBAN des Empfängers und des Auftraggebers der Buchung, Buchungstext, Transaktionsdatum und Transaktionsbetrag) auf Basis von statistischen Verfahren / Mustererkennung (z.B. Beträge oder Regelmäßigkeiten von Zahlungen) und Textanalyse anhand der Verwendungszwecke oder Empfängernamen (z.B. „Einkommen“ oder „Tankstelle“) erfolgen. Sofern FINcredible vom Auftraggeber nicht mit der Durchführung einer Bonitätsprüfung beauftragt wird, wird bei der Analyse und Kategorisierung keine Bewertung persönlicher Aspekte des Interessenten im Sinne eines „Profiling“ durchgeführt.

3.4. Sofern im Rahmen des FINcredible-Check eine Bonitätsprüfung durchgeführt werden soll, erfolgt diese im Auftrag des Auftraggebers auf Basis von Informationen zur Beurteilung der wirtschaftlichen Lage eines Interessenten (die „Bonitätsinformationen„) zur Vergabe bzw. zum Verkauf eines Produktes oder der Erbringung einer Leistung. Bei der Durchführung der Bonitätsprüfung handelt es sich um eine Bewertung persönlicher Aspekte des Interessenten im Sinne eines „Profiling”. Die Bonitätsinformationen werden von den Auftraggebern als Inhalt der Bonitätsprüfung bestimmt. Aus den berechneten Bonitätsinformationen werden die Ergebnisse der Bonitätsprüfung (Stammdaten, Angaben des Interessenten über die Finanzsituation, und die Erfüllung von vorgegebenen Bonitätskriterien (Ja/Nein Aussagen, ob die errechneten Bonitätsinformationen den vom Auftraggeber vorgegebenen Bonitätskriterien, oder den eigenen Angaben über die Finanzsituation des Interessenten entsprechen), Bonitätskennzahlen (z.B. Einnahmen oder Ausgaben nach festgelegten Kategorien, oder bestimmte Verhältnisse zwischen Ausgaben nach festgelegten Kategorien) sowie die Gesamtempfehlung (z.B. Wert in Punkten, oder Einteilung in Kategorien) für eine Beurteilung durch den Auftraggeber abgeleitet. Die Gesamtempfehlung (Score-Modell, z.B. Wert in Punkten, oder Einteilung in Kategorien) gibt eine Einschätzung der Wahrscheinlichkeit einer Zahlungsauffälligkeit an, indem der Interessent einer Personengruppe mit aktuellen oder in der Vergangenheit vergleichbaren Bonitätsinformationen statistisch zugeordnet, und gegenüber anderen Interessenten gereiht wird.

3.5. Für die Durchführung der Bonitätsprüfung und des Profiling verwendet FINcredible geeignete mathematisch-statistische Verfahren. Außerdem werden technische und organisatorische Maßnahmen getroffen, um das Risiko von Fehlern bei der Durchführung der Bonitätsprüfung zu minimieren. Dennoch trifft FINcredible im Rahmen des FINcredible-Checks bloß Aussagen über die Wahrscheinlichkeit eines allfälligen Zahlungsausfalls und/oder nimmt eine Beurteilung hinsichtlich der Erfüllung bestimmter vom Auftraggeber gewählter Kriterien oder Grenzwerte (z.B. Mindesteinkommen) vor, und/oder stellt die Finanzsituation des Interessenten in den gewählten Kategorien und Kennzahlen dar (z.B. Einkommen, Ausgaben). FINcredible trifft keine Vorhersage über tatsächliche Zahlungsausfälle.

3.6. Der jeweils von FINcredible geschuldete Leistungsumfang (z.B. Umfang des FINcredible-Checks, geprüfte Parameter etc) richtet sich nach der individuellen Vereinbarung zwischen FINcredible und dem Auftraggeber gemäß diesem Punkt 3 dieser AGB.

3.7. Die Bereitstellung der im Rahmen des FINcredible-Checks erhobenen Informationen erfolgt entsprechend der gemäß Punkt 2.1 dieser AGB getroffenen individuellen Vereinbarung zwischen FINcredible und dem Auftraggeber. Sofern keine gesonderte Vereinbarung hinsichtlich der Bereitstellung der Informationen getroffen wird, stellt FINcredible diese digital (z.B. über das FINcredible-Portal) zur Verfügung. Die Nutzung besonderer Schnittstellen bedarf einer entsprechenden Vereinbarung zwischen FINcredible und dem Auftraggeber.

3.8. Eine vom Auftraggeber in Auftrag gegebener FINcredible-Check kann nur dann durchgeführt werden, wenn:

  • der Interessent die für den FINcredible-Check erforderlichen Stammdaten und Kontoinformationen sowie weitere durch den Auftraggeber angefragte Daten zur Finanzsituation und Geschäftsabwicklung bekanntgegeben hat; und
  • der Interessent dem Zugriff auf seine Kontoinformationen zugestimmt hat; und
  • der Interessent der Verarbeitung seiner personenbezogenen Daten zum Zweck der Durchführung eines FINcredible-Checks eingewilligt hat; und
  • der Interessent vorab ein allfälliges Entgelt zur Durchführung des FINcredible-Check entrichtet hat.

3.9. Es ist dem Auftraggeber nicht gestattet, mittelbaren oder unmittelbaren Druck auf den Interessenten auszuüben, die Einwilligung zur Verarbeitung seiner personenbezogenen Daten zum Zweck der Durchführung eines FINcredible-Checks zu geben. Der Auftraggeber ist verpflichtet, alternative gleichwertige Möglichkeiten zur Durchführung einer Bewertung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Interessenten anzubieten, sodass der Interessent die freie Wahl hat, für welche der Möglichkeiten zur Überprüfung seiner wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit er sich entscheidet.

3.10. Das Ergebnis des FINcredible-Check wird dem Auftraggeber bloß nach entsprechender Einwilligung des Interessenten zur Übermittlung des Ergebnisses an den Auftraggeber übermittelt.

3.11. FINcredible behält sich das Recht vor, keinen FINcredible-Check von dem Interessenten durchzuführen, wenn ein Abruf der Kontotransaktionsdaten aufgrund technischer Störungen oder Fehler nicht möglich ist, oder vom Interessenten kein geeignetes Zahlungskonto für den FINcredible-Check angegeben wurde. FINcredible wird den Interessenten und den Auftraggeber hierüber informieren.

3.12. FINcredible behält sich das Recht vor, die Funktionen des FINcredible-Portals und den damit zusammenhängenden Systemen und Produkten jederzeit zu ändern oder zu ergänzen, sofern dies zur Aufrechterhaltung des vereinbarten Leistungsumfanges oder der Verbesserung des Leistungsangebotes erforderlich ist. Sofern der Leistungsumfang des FINcredible-Portals nicht bloß geringfügig eingeschränkt wird, ist der Auftraggeber berechtigt, das Vertragsverhältnis zu FINcredible ohne Einhaltung von Kündigungsfristen und -terminen zu kündigen.

4. Transparenz gegenüber dem Interessenten 

4.1. FINcredible gewährt dem Interessenten über das FINcredible-Portal Einsicht in das Ergebnis des FINcredible-Checks, sofern der Auftraggeber nicht gemäß Punkt 4.2. dieser AGB ausdrücklich Anderes wünscht. Der Interessent hat jeweils die Möglichkeit, eine Anmerkung oder Begründung zum Ergebnis des FINcredible-Check als Kommentar hinzuzufügen. FINcredible bietet dem Interessenten die Möglichkeit, gegenüber dem Auftraggeber zum Ergebnis des FINcredible-Checks Stellung zu nehmen, besonders berücksichtigungswürdige Umstände darzulegen und auf (vermeintliche) Fehler hinzuweisen.

4.2. Sollten auf Wunsch des Auftraggebers die Ergebnisse des FINcredible-Check dem Interessenten nicht durch die FINcredible bereitgestellt werden, ist der Auftraggeber verpflichtet, die Ergebnisse dem Interessenten selbst zugänglich zu machen und ihm Einsicht in diese Ergebnisse und eine Äußerungsmöglichkeit dazu zu gewähren.

4.3. FINcredible behält sich das Recht vor, dem Auftraggeber oder dem Interessenten kein Ergebnis des FINcredible-Check zu übermitteln oder um zusätzliche Auskünfte / einen Kommentar ersuchen, wenn aufgrund nicht eindeutiger, unrichtiger oder unvollständiger Kontotransaktionsdaten oder aufgrund von Schwierigkeiten bei der Analyse der Kontotransaktionsdaten die Durchführung des FINcredible-Check nicht möglich ist und/oder FINcredible begründete Zweifel hinsichtlich der Durchführbarkeit des FINcredible-Checks und/oder der Richtigkeit des ermittelten Ergebnisses hat. FINcredible wird den Auftraggeber und den Interessenten in einem solchen Fall hierüber informieren.

4.4. Der Auftraggeber ist verpflichtet, die Kommentare eines Interessenten zu den Ergebnissen des FINcredible-Check bei der Beurteilung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit sowie der Entscheidung über den Abschluss eines allfälligen Vertrages mit dem Interessenten zu berücksichtigen sowie diesem eine Kontaktmöglichkeit für eine Stellungnahme zu den Ergebnissen des FINcredible-Check zur Verfügung zu stellen.

5. Modellverbesserung 

5.1. FINcredible ist berechtigt, die statistischen, mathematischen und analytischen Methoden des FINcredible Checks laufend weiterzuentwickeln. 

5.2. FINcredible schuldet bei der Bereitstellung des FINcredible Checks keine bestimmten statistischen, mathematischen oder analytischen Methoden. 

5.3. Sofern der Auftraggeber nach der Durchführung eines FINcredible-Checks Informationen hinsichtlich eines später allenfalls tatsächlich eingetretenen Zahlungsausfalls und/oder andere Informationen zur Modellverbesserung an FINcredible bereitstellt, ist der Auftraggeber verpflichtet, die – insbesondere datenschutzrechtliche – Zulässigkeit der Bereitstellung dieser Informationen an FINcredible selbst zu bewerten. Der Auftraggeber hat bei der Bereitstellung solcher Informationen jedenfalls den Grundsatz der Datenminimierung zu berücksichtigen. Die Bereitstellung solcher Informationen zur Modellverbesserung ohne entsprechende Aufforderung von sowie ohne entsprechende Vereinbarung mit FINcredible erfolgt in der datenschutzrechtlichen Verantwortlichkeit des Auftraggebers. 

6. Rechte und Pflichten des Auftraggebers 

6.1. Der Auftraggeber verpflichtet sich, sämtliche Informationen über die im FINcredible-Portal eingestellten Produkte oder Leistungen wahrheitsgetreu anzugeben sowie aktuell und vollständig zu halten. Der Auftraggeber hat jederzeit die Möglichkeit, die Informationen zu bearbeiten, zu ersetzen und/oder zu ändern. Für Inhalt und Richtigkeit der Informationen zu einem Produkt bzw. einer Leistung ist ausschließlich der Auftraggeber verantwortlich.

6.2. Der Auftraggeber verpflichtet sich, keine Daten im FINcredible-Portal einzustellen, deren Inhalte und/oder Vertrieb die Rechte Dritter verletzen oder gesetzwidrig ist.

6.3. Die Überprüfung der Richtigkeit der Ergebnisse des FINcredible-Check, die Verpflichtung zur wahrheitsgemäßen Angabe der Daten, und der Verpflichtung zur Richtigstellung von Informationen liegt ausschließlich im Verantwortungsbereich des Interessenten.

6.4. Der Auftraggeber ist verpflichtet, über den Produkt- bzw. Leistungsabschluss im FINcredible-Portal jenen Zeitpunkt bekannt zu geben, ab dem ein im Portal eingestelltes Produkt bzw. eine Leistung nicht mehr verfügbar ist oder nicht mehr angeboten wird.

6.5. Der Auftraggeber ist nicht berechtigt, das Ergebnis des FINcredible-Check Dritten, für die er nicht im Auftrag tätig wird, zugänglich zu machen oder in sonst einer Form solchen Dritten zum Gebrauch zu überlassen.

6.6. Der Auftraggeber verpflichtet sich, keine störenden Eingriffe mit technischen oder elektronischen Hilfsmitteln auf das FINcredible-Portal sowie der zugrundeliegenden Software, insbesondere Hackingversuche, Einschleusen von Viren/Würmern/Trojaner oder sonstige Störungsversuche zu unternehmen.  

6.7. Der Auftraggeber verpflichtet sich, FINcredible zumindest drei Monate vor dem geplanten Einsatz oder der geplanten Nutzung des FINcredible-Check in einem anderen EU-Mitgliedstaat als dem, in dem der Auftraggeber seinen Sitz hat oder für den der Einsatz des FINcredible-Check ursprünglich vorgesehen war, schriftlich zu informieren. Diese Informationspflicht dient dazu, FINcredible die Möglichkeit zu geben, alle notwendigen regulatorischen Meldepflichten und andere rechtliche Anforderungen, die sich aus dem Tätigwerden in dem betreffenden EU- Mitgliedstaat ergeben könnten, zu prüfen und zu erfüllen.

6.8. Verstößt der Auftraggeber gegen die in Absatz 6.7. genannte Informationspflicht, so ist er verpflichtet, FINcredible alle Schäden, Kosten und Aufwendungen zu ersetzen, die FINcredible aufgrund des Verstoßes entstehen.

7. Rechte und Pflichten von FINcredible 

7.1. FINcredible ist nach freiem Ermessen berechtigt, die Leistungen selbst auszuführen oder sich bei der Erbringung Dritter zu bedienen.

7.2. FINcredible ist nicht verpflichtet, die vom jeweiligen Interessenten angegebenen Daten auf ihre Richtigkeit, Schlüssigkeit und Vollständigkeit zu überprüfen sowie ob neben dem vom Interessenten angeführten Zahlungskonto noch andere Zahlungskonten für die Bonitätsprüfung relevant sein können. Insbesondere ist FINcredible nicht verpflichtet, zu überprüfen, ob das vom Interessenten bekannt gegebene Zahlungskonto dem Interessenten zuzurechnen ist.

7.3. FINcredible ist berechtigt, den Zugang zum FINcredible-Portal zu deaktivieren bzw. zu sperren, wenn der Auftraggeber die ihm zur Verfügung gestellten Informationen und Daten der Interessenten missbräuchlich oder zweckwidrig nutzt, unbefugt an Dritte weitergibt oder sonstige schwerwiegende Verstöße gegen die in diesen AGB festgelegten Pflichten begeht oder FINcredible einen entsprechenden begründeten Verdacht hat. Ein hinreichender Verdacht ist insbesondere dann gegeben, wenn FINcredible eine Abmahnung oder sonstiges Aufforderungsschreiben eines vermeintlich verletzten Dritten erhalten hat und dies nicht offensichtlich unbegründet ist. Soweit möglich, ist der Auftraggeber zuvor anzuhören, ansonsten wird dieser unverzüglich von FINcredible über die erfolgte Maßnahme informiert. 

8. Entgelt 

8.1. Der Auftraggeber schuldet das im Rahmen einer individuellen Vereinbarung zwischen FINcredible und dem Auftraggeber vereinbarte Entgelt.

8.2. Sofern nicht anders vereinbart, ist Abrechnungsperiode jeweils ein Kalendermonat.

8.3. Bei bestimmten Paketen oder sonstigen Angeboten ist das Entgelt unmittelbar zu entrichten, oder wird fünf Werktage nach Zustellung der Rechnung fällig. Die Rechnung gilt zwei Werktage nach Ausstellung und Versand als unwiderlegbar zugestellt.

8.4. Bei Zahlungsverzug des Auftraggebers ist FINcredible berechtigt, ab der jeweiligen Fälligkeit Verzugszinsen in der Höhe von 9,2 % p.a. über dem zuletzt von der Europäischen Zentralbank verlautbarten Basiszinssatz zu verrechnen.

8.5. Der Auftraggeber verpflichtet sich für den Fall des Zahlungsverzugs, FINcredible neben gesetzlichen Verzugszinsen die entstehenden Mahn- und Inkassospesen, soweit sie zur zweckentsprechenden Rechtsverfolgung notwendig sind und in einem angemessenen Verhältnis zur betriebenen Forderung stehen, zu ersetzen. Die Geltendmachung weitergehender Rechte und Forderungen bleibt davon unberührt.

8.6. Im Falle des Zahlungsverzuges des Auftraggebers ist FINcredible berechtigt, das Entgelt für alle für den Auftraggeber bereits erbrachten Leistungen und Teilleistungen fällig zu stellen. Darüber hinaus ist FINcredible nicht verpflichtet, bis zur Begleichung des aushaftenden Betrages weitere Leistungen zu erbringen.

8.7. Der Auftraggeber ist nicht berechtigt, gegenüber Ansprüchen von FINcredible mit Gegenforderungen aufzurechnen.

9. Vertragslaufzeit und Kündigung 

9.1. Das Vertragsverhältnis zwischen FINcredible und dem Auftraggeber wird auf unbestimmte Zeit abgeschlossen. Die Vertragsparteien sind jeweils berechtigt, das Vertragsverhältnis unter Einhaltung der in der jeweiligen individuellen Vereinbarung zwischen FINcredible und dem Auftraggeber vereinbarten Kündigungsfristen und -terminen zu kündigen.

9.2. Sofern in der jeweiligen individuellen Vereinbarung zwischen FINcredible und dem Auftraggeber keine Kündigungsfristen und/oder -termine vereinbart wurden, kann jede Vertragspartei das Vertragsverhältnis jederzeit mit sofortiger Wirkung kündigen.

9.3. Die Kündigung bedarf der Textform.  

9.4. Die Vertragsparteien sind berechtigt, bei Vorliegen eines wichtigen Grundes von diesen AGB und daraus abgeleiteten Verträgen mit sofortiger Wirkung zurückzutreten. Die Kündigung bedarf der Schriftform. Ein solcher wichtiger Grund liegt insbesondere, jedoch nicht ausschließlich, vor, wenn die jeweils andere Vertragspartei gegen wesentliche Verpflichtungen aus den AGB oder den daraus abgeleiteten Verträgen verstößt.

10. Referenzkunde 

10.1. FINcredible ist berechtigt, den Auftraggeber als Referenz zu nennen und Kennzeichen des Kunden zur Nennung des Auftraggebers als Kunden zu verwenden.

11. Gewährleistung und Haftung 

11.1. Die Gewährleistung ist – soweit gesetzlich zulässig – ausgeschlossen. FINcredible gewährleistet insbesondere keine bestimmte Verfügbarkeit des FINcredible-Portals.

11.2. Die Haftung von FINcredible gegenüber dem Auftraggeber ist – soweit gesetzlich zulässig – ausgeschlossen. FINcredible haftet insbesondere nicht für Schäden des Auftraggebers infolge eines Zahlungsausfalls durch den Interessenten.

11.3. Schadenersatzansprüche des Auftraggebers gegenüber FINcredible verfallen sechs Monate ab Kenntnis von Schaden und Schädiger, spätestens jedoch zwei Jahre nach dem haftungsbegründenden Verhalten von FINcredible.

11.4. Der Auftraggeber verpflichtet sich, FINcredible gegen Ansprüche von Dritten, die durch den Auftraggeber verursacht wurden und im Zusammenhang mit diesem Vertrag stehen, schad- und klaglos zu halten.

11.5. FINcredible stellt das FINcredible-Portal grundsätzlich rund um die Uhr zur Nutzung zur Verfügung. Es kann jedoch unter anderem im Rahmen von Wartungsarbeiten, Weiterentwicklungen oder anderweitigen (technischen) Störungen zu vorübergehenden Unterbrechungen oder Beeinträchtigungen des FINcredible-Portals kommen. FINcredible übernimmt daher keine Gewähr, dass das FINcredible-Portal und die zugrunde liegende Software ständig, vollständig und fehlerfrei verfügbar ist.

12. Anwendbares Recht und Gerichtsstand

12.1. Es gilt ausschließlich österreichisches Recht unter Ausschluss des UN-Kaufrechts sowie der Verweisungsnormen des internationalen Privatrechts.

12.2. Für sämtliche Streitigkeiten aus oder im Zusammenhang mit diesen AGB bzw. sämtlichen Rechtsbeziehungen zwischen FINcredible und dem Interessenten gelten die gesetzlichen Gerichtsstände.

13. Schlussbestimmungen

13.1. Änderungen, Ergänzungen und Nebenabreden zu diesen AGB bedürfen zu ihrer Wirksamkeit der Schriftform. Dies gilt auch für die Vereinbarung, von diesem Formerfordernis abzugehen.

13.2. Im Fall von Widersprüchen zwischen diesen AGB und abweichenden schriftlichen Vereinbarungen zwischen den Vertragsparteien gehen die Bestimmungen der abweichenden Vereinbarungen vor.